Bewerbung: Der erste Eindruck zählt

Eine sorgfältig ausgearbeitete Bewerbungsmappe macht Arbeit. Beachten Sie die gewünschte Bewerbungsform in der Stellenausschreibung (per Post, per E-Mail oder E-Formular). Achten Sie darauf, dass Ihre Unterlagen vollständig sind. Wenn nichts anderes in der Stellenausschreibung erwähnt ist, bedeutet vollständig: Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und Ausbildungsnachweise.

Wenn Sie sich unsicher sind, lassen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen von einem Profi checken.

Die Gestaltung

Wählen Sie eine normal lesbare Schrift, maximal zwei Schriftgrößen und nur eine Schriftfarbe. Wollen Sie etwas hervorheben, entscheiden Sie sich für eine fette oder unterstrichene Schrift. Beides ist zu viel. Achten Sie in Ihrem Dokument auf ausreichend Rand oben, unten, links und rechts – 2,5 cm sind hier üblich.

Ist nichts anderes gefordert, fügen Sie alle Teile der Bewerbung zu einem PDF-Dokument zusammen und beschriften Sie die Datei. Der Dateiname sollte aus Ihrem Namen, dem Kürzel der Stellenbezeichnung und wenn vorhanden, aus der Stellennummer bestehen. Die Datei sollte eine Datenmenge von 5 MB nicht überschreiten. In Ausnahmefällen sind 10 MB erlaubt, selten mehr.

Denken Sie daran, dass Ihre Unterlagen im Unternehmen ausgedruckt und herumgereicht werden. Nummerieren Sie deshalb Ihr Dokument mit Seitenzahlen. Wer mag, kann neben den Seitenzahlen auch seinen Namen klein notieren. All das ist kein Muss oder eine Norm – doch es erleichtert den Personalern die Arbeit.

UNSER TIPP: Lassen Sie Ihre Bewerbung in jedem Fall von jemandem gegenlesen, der sich auch traut Ihnen zu sagen, wenn er oder sie etwas nicht versteht oder nicht gut findet. Alle Fehler, die gefunden werden, findet der Personaler nicht mehr.

Das Anschreiben

Ein Anschreiben sollte nicht länger als eine A4 Seite und in maximal drei bis vier Absätze unterteilt sein. In der Betreffzeile notieren Sie bitte den Stellentitel und die Ausschreibungsnummer, wenn vorhanden. In manchen Unternehmen werden Anschreiben sehr sorgfältig gelesen, in anderen nicht. Sie haben eine 50/50 Chance – nutzen Sie diese

Der Einstieg: kurz und bündig

Wählen Sie einen kurzen und direkten Einstieg in Ihr Anschreiben. Was suchen Sie und warum? Oder in welcher Situation befinden Sie sich momentan? Zum Beispiel: „Im Juli beende ich mein Studium. Deshalb suche ich ab August einen Berufseinstieg als...“.

Nehmen Sie weiterhin Bezug zur ausgeschriebenen Stelle, indem Sie eine erste Verbindung zu Ihren Erfahrungen herstellen. Wiederholen Sie nicht, was Sie ja schon in der Betreffzeile geschrieben haben, nämlich für welche Position Sie sich bewerben.

UNSER TIPP: Vermeiden Sie generell das ausformulierende Wiederholen Ihres tabellarischen Lebenslaufes.

Der Hauptteil: Verknüpfungen herstellen

Nutzen Sie den zweiten Absatz des Anschreibens um eine besondere Erfahrung, ein Projekt oder ein Detail zu beschreiben, das in der Vita keine große Erwähnung findet aber einen Bezug zur Stelle, dem Unternehmen, den Produkten hat oder als Nachweis dient, dass Sie die gewünschten Fachkenntnisse haben.

Vermeiden Sie allgemeine Formulierungen wie „Ich bin teamfähig, belastbar und motiviert“. Beschreiben Sie lieber genau, was Sie gemacht haben, woran Sie interessiert sind oder was Sie herausfordernd finden.

UNSER TIPP: Nutzen Sie Formulierungen aus der Stellenausschreibung, die Sie geschickt einbauen. Heben Sie dabei wichtige Schlagworte hervor. Beim Querlesen kann so eine Übereinstimmung mit dem gesuchten Profil erlesen werden.


Der Abschluss: Nichts vergessen

Der letzte Absatz gehört den Zahlen, Daten, Fakten je nachdem, welche Informationen gewünscht sind. Wann können Sie anfangen? Wie hoch sind Ihre Gehaltsvorstellungen? 

UNSER TIPP: Geben Sie eine Gehaltsspanne mit maximal 5.000 Euro Spielraum an. Recherchieren Sie die aktuellen Tarifverträge der Branche als Orientierung.

Seien Sie bei der Verabschiedung nicht übertrieben höflich oder zu leger. Vielleicht fällt Ihnen ja noch etwas anderes ein als „So hoffe ich Ihr Interesse geweckt zu haben und freue mich über eine Einladung zum Gespräch“. Die Personaler freut es, wenn er oder sie mal etwas anderes liest.

Vergessen Sie nicht zu unterschreiben beziehungsweise die gescannte Unterschrift einzufügen.

Der tabellarische Lebenslauf: das Neueste zuerst

Allgemein üblich ist die Abgabe eines tabellarischen Lebenslaufes. Listen Sie Ihre beruflichen Tätigkeiten oder beruflichen Werdegang und Ihre Aus- und Weiterbildungsstationen auf. Beginnen Sie dabei mit der aktuellsten Station. Die Jahreszahlen links zu platzieren, hat sich bewährt.

UNSER TIPP: Ist ein Auslandsaufenthalt in Ihrem Werdegang enthalten, egal ob im Studium oder Beruf, benennen Sie das Land einfach unter der Jahreszahl. So vermitteln Sie ganz nebenbei, dass Sie Auslandserfahrung haben, und müssen diesen Fakt nicht extra erwähnen.

Schreiben Sie WO Sie gearbeitet haben, also den Namen des Unternehmens, und WAS Ihre Funktion war beziehungsweise den Stellentitel. Beschreiben Sie in drei bis maximal fünf Anstrichen, was genau Sie dort gemacht haben beziehungsweise für was Sie verantwortlich waren. Auch hier gilt: Konzentrieren Sie sich auf die gewünschte Stelle und die für das Unternehmen relevanten und wichtigsten Punkte. Nutzen Sie Verben, die beschreiben, dass Sie beispielsweise einen ganzen Prozess von A bis Z verantwortet haben. Hier ein Beispiel: recherchieren, analysieren, auswerten und aufbereiten von Daten für Kundenpräsentationen.

UNSER TIPP: Sie sind Berufseinsteiger? Dann sind Praktika ein wichtiger Nachweis. Sortieren Sie diese unter berufliche Tätigkeiten ein. Auch hier ist es wichtig zu beschreiben, was genau Sie dort gemacht und gelernt haben.

Mut zur Lücke

Gebe ich meine Lebenslaufdaten auf den Monat genau oder doch in größeren Zeitangaben zusammengefasst an? Lückenlose Lebensläufe sind ein heiß diskutiertes Thema. Wichtig ist, dass Sie Ihre Lücken erklären können. Die Pflege von Angehörigen, ein Sabbatjahr und eine längere berufliche Orientierungsphase sind beispielsweise erklärbare Gründe für eine Lücke. Einzelheiten und Beweggründe dafür kann der Personaler im Gespräch erfragen. Seien Sie aufrichtig! Im Zweifel lassen Sie die Lücken stehen. Firmenübernahmen, Umstrukturierungen und damit auch Personalabbau kann jeden treffen. Gehen Sie offensiv damit um! Brüche in einem Lebenslauf dürfen heute kein Grund mehr für eine Ablehnung sein.

Sprachen, Computerkenntnisse, Hobbys

Sprachkenntnisse und Computerkenntnisse vervollständigen die Vita. Darf ich Hobbys nennen oder lieber nicht, werden wir oft gefragt. Die Antwort: Es gibt keine Verpflichtung. Erzählt das Hobby eine persönliche Facette, die einen indirekten oder ergänzenden Bezug zur gewünschten Tätigkeit hat, könnte die Information das i-Tüpfelchen Ihrer Bewerbung sein. Sind Sie beispielsweise Trainer in einem Verein oder betreiben Sie mehr oder weniger professionell einen Mannschaftssport transportiert dies interessante Belege für die oft geforderten Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Zielstrebigkeit. Lesen, wandern und schwimmen sind hingegen eher allgemeine und nicht ganz so aussagekräftige Hobbys.

UNSER TIPP: Fotografieren, moderieren, Bücher schreiben und Vorträge halten – alle Hobbys auf professionellem Niveau sind im Abschnitt „Weitere berufliche Tätigkeiten“ gut aufgehoben.

Ist eine „Über mich“ Seite erforderlich?

Dies ist eine Sache des Geschmacks, des Feingefühls und Ihrer Persönlichkeit. Überprüfen Sie, welchen Mehrwert und Nutzen solch eine Seite für das gewählte Unternehmen haben könnte. Im schlimmsten Fall ist es nur eine Seite mehr, die ein Personaler lesen muss. Einige Personaler finden, dass zwei Seiten Lebenslauf genug sind. Entscheiden Sie individuell je nach Bewerbung!

Veröffentlichungen, Projektreferenzen

Wissenschaftler und Autoren führen eine Veröffentlichungsliste, Musiker eine Werk- und CD Liste, Filmschaffende sammeln ihre Arbeit in einer Filmografie und die Kreativbranche führt Projektlisten. Dies ist eine zusätzliche Seite im Lebenslauf. Auch hier kommt es darauf an, für welche Arbeit Sie sich bei welchem Arbeitgeber bewerben.

Bewerben Sie sich beispielsweise als Grafiker für eine Agentur, wird Ihre Projektliste von einem Insider gelesen. Ihre Arbeitsproben werden dabei entscheidend sein. Für eine Bewerbung in einer Marketingabteilung eines Institutes, Verbandes oder eines Unternehmens reicht das oft nicht. Hier lesen keine Branchenkenner, sondern Personaler Ihre Unterlagen. Diese orientieren sich eher an Arbeitszeugnissen und Qualifikationsnachweisen.

Bei Veröffentlichungslisten von Wissenschaftlern ist es ebenso. Fragen Sie sich immer: Kann mein Adressat damit etwas anfangen? Ist dies entscheidend für den Job? Hier ist Feingefühl gefragt. Die Information „Eine vollständige Liste kann nachgereicht werden“ lässt alle Optionen offen.

UNSER TIPP: Sie brauchen Hilfe bei der Erstellung Ihres Lebenslaufes? Dann lassen Sie Ihre Unterlagen checken. Mit einem professionellen CV-Check gehen Sie auf Nummer sicher. Bei „Jobassistenz“ können Sie Ihre Unterlagen kostfrei checken lassen – die „interim Group“ bietet CV Checks ab 39,95 Euro an. 

Foto

Ein Foto wird noch immer gewünscht, ist aber nicht verpflichtend. Experimente in der Größe, Form und Farbe finden kreative Unternehmen eventuell spannend, üblich sind aber normale Bewerbungsfotos.

Was ist ein normales Bewerbungsfoto?

Auf keinen Fall ein Freizeitfoto. Ein Bewerbungsfoto sollte erkennbar professionell aufgenommen sein. Bitte keine Automatenfotos verwenden. Sie sollten authentisch und natürlich wirken. Beim Fotografieren selbst müssen Sie sich wohlfühlen. Dafür ist es hilfreich, sich nicht zu verkleiden und sich dem Beruf oder Job entsprechend zu kleiden. Wenn Sie nie eine Krawatte tragen und auch nicht müssen, dann können Sie auch auf dem Bewerbungsfoto darauf verzichten.

Urkunden, Arbeitszeugnisse, Referenzen

Legen Sie die aktuellsten beziehungsweise die wichtigsten Abschlusszeugnisse aus Studium und der Berufsausbildung sowie Weiterbildungsnachweise bei. Je frischer der Berufseinstieg, desto vollständiger sollten die Belege sein. Als Berufseinsteiger sollten Sie auch Praktikumsnachweise beilegen. Später können diese weglassen werden. Dann zählen die Arbeitszeugnisse Ihrer Arbeitgeber. Achten Sie unbedingt darauf, was zwingend in der jeweiligen Bewerbung gefordert ist.

Anderswo sind Arbeitszeugnisse nicht üblich – in Deutschland sind Sie sehr wichtig. Sie gelten quasi als Referenz. Als Arbeitnehmer haben Sie einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. In diesem sollten Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten beschrieben werden und Ihre Leistung eingeschätzt werden. Ein weiterer Punkt beschreibt, was für ein/e Mitarbeiter/in Sie waren und Sie ausgezeichnet hat.

Sie können darüber hinaus auch Personen auflisten, die bestimmte fachliche Qualifikationen bestätigen oder von gemeinsamen beruflichen Projekten berichten können. Diese sollten dann natürlich wissen, dass Sie eventuell angerufen werden könnten.

UNSER TIPP: Wenn Sie Personen als Referenzen benennen, dann schreiben Sie auch dazu zu welchem Thema, welcher Fähigkeit oder welchem Projekt der oder diejenige etwas sagen kann.

Um Sprachkenntnisse nach­zuweisen, reicht der wichtigste oder höchste Nachweis.

Arbeitsproben

Arbeitsproben sind vor allem bei kreativen Berufen gefragt. Bei der IT kann schon mal ein kleiner Code eingereicht werden. Aber auch ein zum Thema passender von Ihnen veröffentlichter Fachartikel oder der Link zu einem Video, dass Sie bei einem Fachvortrag zeigt, könnte hier geeignet sein.

Abschließend ist zum Thema „Bewerbungsunterlagen“ zu sagen, dass es keine festgeschriebene Norm gibt. Letztendlich sind Sie frei in Gestaltung und Struktur. Jedoch hat sich manches bewährt und wird als angenehm empfunden.

UNSER TIPP: Mit „The Job of my Life“, eine Kooperation der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, haben Sie die Möglichkeit Ihre Anreise zum Vorstellungsgespräch finanziert zu bekommen. Erkundigen Sie sich jetzt, welche Voraussetzungen Sie mitbringen müssen!

Führungszeugnis

Es gibt Jobs, beispielsweise in einem Sicherheitsunternehmen oder einer regierungsnahen Einrichtung, für die der Arbeitgeber ein Führungszeugnis verlangt. Ein Führungszeugnis ist eine auf Spezialpapier gedruckte Urkunde, die unter Aufführung der vollständigen Personalien Auskunft darüber gibt, ob eine Person vorbestraft oder nicht vorbestraft ist. Das Dokument kostet 13 Euro und ist beim Bürgeramt Ihres Wohnbezirkes zu beantragen. Die Bearbeitungsdauer beträgt in der Regel ein bis zwei Wochen. Am besten erkundigen Sie sich vorab, ob Sie für Ihren Traumjob ein Führungszeugnis benötigen.

UNSER TIPP: Sind Sie im Besitz eines elektronischen Personalausweises, der für die Online-Ausweisfunktion freigeschaltet ist, und eines passenden Kartenlesegerätes, können Sie Ihr Führungszeugnis auch online beantragen und bezahlen.