Von Großmäulern und Ampelmännchen

186 Nationen prägen das Stadtbild und den Charakter Berlins. Hier treffen Welten aufeinander. Irish Pubs, vietnamesische Restaurants, polnische Supermärkte und türkische Metzger – das ist Berlin. Was ist wirklich typisch für Berlin und seine Einwohner ist, erfahren Sie hier.

Die Currywurst

Die Berliner Currywurst wurde das erste Mal im Jahr 1949 von Herta Heuwer in ihrem Imbissstand angeboten. Heute sind die beliebtesten Currywurst-Lokale „Konnopke´s Imbiss“, „Curry36“ und das „Witty´s am Wittenbergplatz“. Warum? Ihre einzig­artigen, hausgemachten Soßen konnten bis heute von keiner Imbisskette kopiert werden. An den Kultimbissen stehen die Hauptstädter minutenlang an – Schlangen bis zu 200 Meter sind keine Seltenheit.

Die Berliner Schnauze

Derber Humor und Berliner Dialekt gepaart, ergeben die Berliner Schnauze. Oft als grob und rüpelhaft verstanden, ist der Berliner eigentlich nix anderes als direkt. Hier wird nicht um den heißen Brei geredet. Das Prinzip „Frage – Antwort“ hat sich durchgesetzt. Sollte sich ein Taxi- oder Busfahrer Ihnen gegenüber kaltschnäuzig äußern, erfassen Sie einfach die Aussage. Damit kommen Sie garantiert ans Ziel. Die Berliner und Berlinerinnen sagen was Sie denken und dies unverblümt. Wer mit dieser Art klarkommt, dem stehen in Berlin alle Türen offen.

Dönerbude auf der Warschauer Straße, Berlin

Der Döner

Anfang der 70er Jahre wurde der Döner am Kottbusser Damm in Berlin das erste Mal verkauft. Dieser Moment war der Anfang eines deutschlandweiten Döner-Booms. Der bekannteste Berliner Dönerimbiss ist „Mustafas Gemüse Kebab“. Die geheime Gewürzmischung machte die kleine Dönerbude am Mehringdamm zum Kultimbiss. Wartezeiten bis zu 60 Minuten müssen eingeplant werden.

Die Fotoautomaten 

Fotoautomaten gibt es in jeder Stadt auf dieser Welt. In Berlin sind sie trotzdem besonders. Warum? Gerade in den Kult­kiezen, wie Pankow oder Friedrichshain-Kreuzberg, stehen an allen Ecken die sogenannten Retroautomaten. Stylish, kultig und mit besonderem Fotoergebnis in Schwarz-weiß als Streifen erinnern die Automaten an frühere Zeiten. Sie sind wie Magneten – rund um die Uhr besetzt. Vier Bilder kosten zwei Euro – vielleicht das Topsouvenir.

Seit dem Jahr 1961 Kult: Ampelmännchen – made in Berlin.

Die Ampelmännchen

Noch heute sind nahezu alle Fußgängerampeln im ehemaligen Ostteil der Stadt mit besonderen grünen und roten Ampelmännchen versehen. Die Ampelmännchen wurden von Karl Peglau (Verkehrspsychologe) gestaltet und im Jahr 1961 eingeführt. Heute sind sie das Symbol der „Ostalgie“ und zu wahrhaften Berliner Stars geworden. So zieren die Ampel­männchen beispielsweise eine komplette Kollektion – von Büro- und Küchenartikeln über Mode und Schmuck.

Der Berliner

„Vor Gott sind alle Menschen Berliner“, schreibt der Schriftsteller Theodor Fontane in „Wanderung durch die Mark Brandenburg“, im Kapitel „Der Berliner Ton“. Doch der raue Charme der Berliner ist viel wärmer als viele denken. Oft als „schnoddrig“ und Mensch mit Gefühlsschüben empfunden, ist die Wahrheit schlicht und einfach: Der Berliner ist kein „Grinser“.

Wer wahre Herzlichkeit erleben möchte, muss dranbleiben. Wenn er dann angelächelt wird, kann er sich was darauf einbilden. Denn der Berliner lächelt nicht aus Höflichkeit oder weil es die Etikette verlangt – der Berliner lächelt von Herzen und ehrlich. Positiv betrachtet ist der Berliner überaus kommunikativ, selbstbewusst und überdurchschnittlich diskussionsfreudig. Kurz und gut: Er redet viel und hat zu allem eine Meinung.

Das Berliner Wetter

In Berlin herrscht kontinentales Klima, weshalb es im Sommer sehr warm und im Winter sehr kalt ist. Über das Jahr verteilt, fällt in Berlin eine mittlere Niederschlagsmenge. Mit 1.657 Sonnenstunden im Jahr scheint hier durchschnittlich mehr die Sonne, als es in Nordeuropa üblich ist. Von Mai bis September ist die schönste Jahreszeit in Berlin. Die Durchschnitts­tempe­ratur liegt bei 25 °C. Im Herbst kann man einen strahlend blauen Himmel und immer noch angenehme Temperaturen erleben. Im Winter ist es kalt. Temperaturen unter dem Gefrier­punkt sind keine Seltenheit und können bis auf -10 °C abfallen. Der Januar und der Februar sind die kältesten Monate im Jahr. Im März, spätestens April, beginnt der Frühling mit einem wolkenlosen Himmel und annehmbaren Temperaturen. Alles in allem durchlebt das Berliner Wetter die vier Jahreszeiten, wie wir sie in Kindertagen gelernt haben.  

Die Waschsalons

Wer nicht im Besitz einer eigenen Waschmaschine ist, kann in Berlin einen der vielen Waschsalons nutzen. Die Berliner Waschsalons gelten als Begegnungsstätte der Großstädter. Gegen einen Münzbetrag wird Wäsche gewaschen, geschleudert, getrocknet, geglättet und währenddessen trinken die Wartenden einen Kaffee zusammen. Die meisten Waschsalons sind zur Selbstbedienung mit Automaten ausgestattet und in der Zeit von 7 bis 23 Uhr geöffnet. Am besten Sie checken die Öffnungszeiten vorab online.