Aleksander Ciszek (27 Jahre)

findet, dass das berufliche Networking in Berlin eine hohe Priorität hat.

Wo arbeiten Sie?

Ich bin COO bei 3YOURMIND. Das ist ein Unternehmen, das sich mit dem bestmöglichen 3D-Druck beschäftigt. Wir konzentrieren uns auf die Daten für den 3D-Druck, damit diese gut druckbar sind. Wir haben ein Online-Portal: 3d-button.com. Dort kann man seine Druckdaten hochladen, wir analysieren das Modell und optimieren es für den 3D-Druck. Anschließend schlagen wir verschiedene 3D-Druck-Zulieferer vor. Der Kunde kann Preise und Lieferzeiten vergleichen, sich das Material aussuchen und dann den günstigsten oder schnellsten Druck bestellen. Du brauchst quasi keinen eigenen 3D-Drucker, um einen hochwertigen 3D-Druck zu generieren. Wir kümmern uns. Zu unseren Kunden gehören beispielsweise Architekten oder Designer. 

Warum Berlin?

Hierher zu kommen, war eine berufliche Entscheidung. Ich lebte damals in Warschau und habe dort studiert. Nach meinem Studium habe ich eine Weltreise gemacht und zufällig Stephan (heute: CEO, 3YOURMIND) in einem Hostel in Sankt Petersburg kennengelernt. Von diesem Zeitpunkt an haben wir uns regelmäßig getroffen. Irgendwann haben wir die Entscheidung getroffen 3YOURMIND zu gründen. Da stellte sich natürlich die Frage: wo? Da mein Deutsch besser war als sein Polnisch war klar, dass wir in Deutschland gründen. Wir wollten unbedingt nach Berlin, da hier die Infrastruktur für ein Start-up am besten ist. Die Technische Universität hat uns dann noch eine Förderung zugesagt. Also habe ich meine Koffer gepackt und bin nach Berlin gekommen, obwohl ich noch nie zuvor hier war.

Wer oder was hat Ihnen die erste Zeit in Berlin erleichtert?

Natürlich muss ich an dieser Stelle sagen, dass die Förderung schon eine Erleichterung war. Es ist einfach ein entspannteres Arbeiten, wenn man sich, solange man noch keine Umsätze generiert, keinen Kopf über Miete oder Essen machen muss. Aber mindestens genauso wichtig ist die gute Struktur für Start-ups in Berlin. Hier kannst du jeden Tag auf ein Event oder Meetup gehen. Das Kennenlernen von neuen Leuten, die dir helfen können, ist sehr einfach. In Berlin in es ähnlich wie im Silicon Valley. Du triffst Menschen, redest frei heraus mit ihnen und nach einem kurzen Gespräch entscheidet man, ob man zusammenkommt oder nicht. 

Privat hat mir natürlich Stephan geholfen. Er kannte Berlin schon besser als ich und hat mir die Stadt gezeigt. Aber auch privat muss ich sagen, dass es sehr einfach ist, neue Menschen kennenzulernen. 

Was lieben Sie an Berlin?

Diese Stadt ist sehr tolerant und offen. Hier wird jeder akzeptiert. Leute, die in anderen Städten auffallen, fallen hier meist nicht auf. In Berlin ist vieles normaler als anderswo. Das liebe ich. Auch wenn Berlin einen Ruf als Partyhochburg hat, musst du kein Partyanimal sein, um hier zu leben. Das berufliche Networking hat eine hohe Priorität. Hier kann man einfach gut arbeiten und leben.

Wenn Sie einem Neuberliner einen Tipp geben könnten, welcher wäre dies?

Nimm dir ausreichend Zeit für deine Wohnungssuche! Ich habe versucht ,mir nebenbei eine Wohnung zu suchen. Das hat nicht funktioniert. Plane mindestens eine Woche Vollzeit für die Wohnungssuche ein, wenn nicht sogar mehr. Und wenn du dann in Berlin bist, gehe auf jeden Fall mal rund um den Rosenthaler Platz essen. Es gibt viel Restaurants da. Die Gegend ist sehr schön. Zum Feiern empfehle ich das RAW Gelände an der Warschauer Straße.