Hanene Sayadi

findet, in Berlin kann jeder so verrückt, andersartig und ausgefallen sein, wie er möchte.

Wo arbeiten Sie?

Ich arbeite seit Mai 2015 als Software-Programmiererin bei InSystems Automation GmbH in Berlin-Adlershof. Zu meinem Aufgabenbereich gehören unter anderem die Entwicklung und Implementierung von Software, die für unser Transportsystem proANT verwendet wird. Wir sind ein kleines, sehr international aufgestelltes Team. Manche meiner Kollegen stammen unter anderem aus dem Libanon und Indien. Mir gefällt es sehr, dass wir lösungsorientiert und offen miteinander umgehen. So kann ich tatsächlich ungestört einen oder gar mehrere Tage an neuen Features arbeiten und meine Lösungsvorschläge mal mit meinem Chef, mal mit meinem Produktmanager oder meinen Kollegen im Team diskutieren. 

Warum haben Sie sich für Berlin entschieden?

Ich hatte an einem Deutsch-Tunesischen Mobilitätsprojekt teilgenommen, das von der Gemeinschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) organisiert wurde. Nach einem intensiven Deutsch-Sprachkurs suchte ich nach einem spannenden Praktikum und bewarb mich in Berlin-Adlershof. Ich wollte etwas Neues ausprobieren, nachdem ich zuvor in Frankreich und Tunesien unter anderem für AIRBUS als Softwareprogrammierern gearbeitet hatte. Als ich vor einem Jahr die Zusage von InSystems Automation erhielt, war ich überaus glücklich und somit in Berlin gelandet. Inzwischen fühle ich mich sehr wohl hier und ich habe mich gut eingelebt. Ich kann sagen: Berlin ist mir ans Herz gewachsen.

Wer oder was hat Ihnen die erste Zeit in Berlin erleichtert?

Unterstützung erhielt ich von mehreren Seiten. Zum einen hatte ich einen außerordentlich freundlichen Betreuer bei der GIZ, der mich mit den wichtigsten Informationen versorgte und mir viele Hinweise für den Start mit auf den Weg gab. Zum anderen half mir meine Familie in Hamburg, die mit mir gemeinsam eine WG suchte. Selbst meine Arbeitskollegen griffen mir unter die Arme bei allen Fragen rund um das Thema Krankenversicherung und Arztbesuche. 

Was lieben Sie an Berlin?

Mir gefällt die Berliner Mentalität. Hier kann jeder so verrückt, so andersartig und ausgefallen sein, wie er möchte. Für jeden gibt es einen Platz. Berlin ist eine offene, pulsierende Metropole. Besonders liebe ich das bunte Treiben in der Prenzlauer Allee, wo man die Vielfalt und Offenheit der Stadt meiner Meinung nach ganz besonders gut spüren und erleben kann. Mein Lieblingsort in Berlin ist wiederum ein kleines, etwas unscheinbares Café im Helmholtz-Kiez. Wenn ich manchmal nach der Arbeit noch ein wenig entspannen und mich mit Freunden erholen möchte, treffen wir uns dort.

Wenn Sie einem Neuberliner einen Tipp geben könnten, welcher wäre dies?

Wenn man in die Hauptstadt zieht, sollte man geduldig sein. Das erste Jahr ist meistens schwierig und verläuft selten, wie geplant. Am Ende wird aber schnell alles gut. Vor allem sollte man aufgeschlossen gegenüber anderen Menschen sein und sich auch helfen lassen können. Es gibt genug Unterstützung über Vereine, Verbände oder Social-Media-Gruppen, die sehr nützliche Angebote für den Start parat haben. Ich wünsche allen Neuberlinern viel Glück!